Donnerstag, 17. April 2008

Religionen
Christentum
In Heidelberg wurde schon sehr früh die Reformation
eingeführt. Anfangs war die Bevölkerung eherMartin Luther zugetan, doch führte Kurfürst Ottheinrich 1556 das reformierte Bekenntnis nach Johannes Calvin ein, 1563 entstand der für alle reformierten Gläubigen wegweisende „Heidelberger Katechismus“. Über lange Zeit war Heidelberg somit eine protestantische Stadt. Im 17. Jahrhundert wurde die Stadt zum Teil rekatholisiert, die katholische Fürstenfamilie siedelte zu diesem Zweck ,Jesuiten an; aber auch die Unbeschuhten Karmeliten waren lange Zeit in Heidelberg ansässig, bis im Jahr 1803 der Orden im Zuge der Säkularisation sein Kloster – das damals die Fläche des heutigen Karlsplatzes einnahm – verlassen musste. Doch blieb das reformierte beziehungsweise lutherische Bekenntnis vorherrschend. Die Hauptkirche (Heiliggeistkirche) wurde bis 1936 durch eine Mauer zwischen den Konfessionen geteilt (Simultankirche).
Allmählich machte die katholische Bevölkerung jedoch fast ein Drittel der Gesamtbevölkerung aus.
1821 wurde im
Großherzogtum Baden die Union zwischen lutherischen und reformierten Gemeinden durchgeführt. Heute gehören die protestantischen Gemeinden, sofern sie nicht zu einer Freikirche gehören, zum Dekanat Heidelberg innerhalb des Kirchenkreises Nordbaden der Evangelischen Landeskirche in Baden.
Die römisch-katholischen Gemeinden gehören zum Dekanat Heidelberg der Erzdiozese Freiburg
.
Judentum
Gegen die jüdischen Bewohner der Stadt kam es schon vor der Zeit des Nationalsozialismus
gelegentlich, z. B. 1819 zu Ausschreitungen. Mit dem Bergfriedhof wurde auch ein neuer jüdischer Friedhof angelegt, der – anders als die Synagogen und viele Privathäuser, die 1938 zerstört wurden – auch den Nationalsozialismus überstanden hat. Im Jahr 1933 lebten 1.102 Bürger jüdischen Glaubens in Heidelberg. Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs 1939 waren es nur noch 483 und 1946 gerade mal mehr 196. Im Rahmen der Wagner/Burckel/Aktion , in der über 6000 Juden aus Baden und der Saarpfalz nach Frankreich deportiert wurden, wurden am 22. Oktober 1940 auch 282 Heidelberger Juden in das Internierungslager Gurs verschleppt. Die meisten deportierten Heidelberger wurden danach in Auschwitz ermordet. Seit 1990 gibt es wieder eine Synagoge in der Stadt (einer liberalen Reformgemeinde). Neben der Universität und mit ihr verbunden, gibt es eine Hochschule fur Judische Studien. Sie bietet ein breites Fächerspektrum und ermöglicht auch die Ausbildung zum Rabbiner.

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